Dass Slider trotz nachweislich schlechter Performance noch immer auf so vielen Websites zu finden sind, ist kein Zufall. In vielen B2B-Unternehmen entscheidet nicht das Nutzerverhalten über den Aufbau der Startseite, sondern interne Prioritäten. Jede Abteilung möchte „ihren Platz“ auf der Homepage: Recruiting, Produkte, News, CSR, Events. Ein Slider scheint da wie der faire Kompromiss: Jeder darf mal kurz ins Rampenlicht.
Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die Startseite verliert ihren Fokus.
Diese Form der „Corporate Diplomatie im Design“ mag intern Harmonie schaffen, kostet aber Leads. Eine Website ist kein Schaufenster für interne Themen, sondern der Startpunkt einer Customer Journey.
Auch psychologisch erklärt sich die Beliebtheit: Bewegung zieht Aufmerksamkeit an.
Nur leider nicht dauerhaft. Studien zeigen, dass nach wenigen Sekunden die Konzentration sinkt, sobald sich Inhalte automatisch verändern. Nutzer suchen Stabilität, nicht Überraschung.
Wer intern argumentieren will, warum Slider verschwinden sollten, braucht also keine Geschmacksdiskussion, sondern Daten: Klickraten, Scrollmaps, Ladezeiten. Fakten überzeugen, Ästhetik selten.